sich besser kennen lernen…
Kennt ihr solche Uebungen, wo wir abends den Tag Revue passieren lassen und uns Fragen dazu stellen? Wir werden dadurch aufmerksamer gegenĂĽber uns selber und dadurch automatisch auch gegenĂĽber unseren Mitmenschen. Wir lernen uns selber besser kennen und spĂĽren unser Leben plötzlich deutlich – es wird griffiger und damit intensiver. Gerade fĂĽr eine Witwe ist es wichtig, zu wissen wer sie ist. Bis anhin war sie Teil einer Ehe. In unserer Kultur geht zwar die Frau nicht mehr ein paar Schritte hinter dem Mann her, doch gesellschaftlich gesehen, ist sie stets die Begleitperson und nicht die Hauptperson. Nach dem Tod des Partners verliert sie dann auch noch diese Stellung.
Also muss gerade eine Witwe oder eine geschiedene Frau sehr viel tun, um ihren Selbstwert neu zu erkennen und zu definieren. Und aus diesem Grund ist das allabendliche Ritual so wichtig geworden. Wir stellen uns folgende Fragen:
Was habe ich heute sehr gut gelöst?
Was hat mir Freude bereitet?
Ueber was habe ich gelächelt?
Was habe ich heute besonders genossen?
Wer hat heute etwas fĂĽr mich getan?
Ja, ja die letzte Frage hat es in sich. Es geht hier um Geben und Nehmen. Wir sollen anderen Wesen die Möglichkeit des Gebens anbieten, damit die Energien frei fliessen können. Es darf nie nur einseitig sein, sonst werden wir unzufrieden.
Am Anfang will eine Witwe trauern und in Ruhe gelassen werden. Sie muss sich erst zurechtfinden im ‘neuen’ Leben. Doch Hilfe wird sie ganz bestimmt mal brauchen, also können wir ab und zu die Frage stellen:”Sag mal, kann ich etwas Gutes fĂĽr dich tun?” Diese Fragestellung gefällt mir persönlich sehr, weil ich darin MitgefĂĽhl spĂĽren kann. Hingegen:”Hättest du doch etwas gesagt, dann…” klang fĂĽr mich immer wie ein kleiner Vorwurf.
Mitfühlende Fragen öffnen jedes Herz!
Wenn ich mich fĂĽr mich selber öffnen will – mich kennenlernen – muss ich mir selber gute Fragen stellen. Und was bei mir funktioniert, funktioniert auch bei anderen.
Ich wĂĽnsche euch allen viel Spass beim Fragen kreieren
Ursula
FĂĽr das Bild bedanken wir uns bei Gabi Schoenemann/pixelio.de
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